The Book of Eli (2010)

Veröffentlicht am 13. Februar 2017, 20:31 Uhr.
Cover: The Book of Eli (2010)

Die Story

30 Jahre nachdem die Welt durch einen Atomkrieg verwüstet wurde, durchstreift der Einzelgänger Eli (Denzel Washington) das nordamerikanische Land Richtung Westen. Um ihn herum nur trostlose, leblose Landschaften und zerstörte Städte. Im Gepäck führt Eli ein mysteriöses Buch mit sich, welches er wie einen Schatz hütet. Ein Buch, in dem er Trost und Motivation in dieser post-apokalyptischen Zeit findet. Dieses Buch ist seine Mission.

Eines Tages erreicht Eli eine Stadt, die von einem skrupellosen Mann namens Carnegie (Gary Oldman) und seiner Bande beherrscht wird. Der machthungrige Carnegie ist auf der Suche nach einem bestimmten Buch, das er als Instrument einsetzen will, um seine Macht weiter zu vergrößern. Seine Suche war bislang erfolglos; bis zu dem Tag, an dem er Kenntnis von Eli’s Buch erhält. Er versucht Eli für sich zu gewinnen – und scheitert. Es kommt zur Konfrontation zwischen Carnegie’s Männern und dem mit außergewöhnlichen Kampffähigkeiten ausgestatten Eli. In Folge dessen flieht Eli aus der Stadt. An seiner Seite die junge Solara (Mila Kunis), die ebenfalls aus dem Machtbereich von Carnegie fliehen möchte. Es beginnt eine gnadenlose Jagd.

Die Darsteller

Denzel Washington zählt unbestritten zu den besten Schauspielern die Hollywood zu bieten hat. Die Hauptrolle scheint ihm wie auf den Leib geschrieben zu sein. Allein seine physische Präsenz – vor allem in den wenigen, dafür aber harten Nahkampfszenen – ist erstklassig. Seine Rolle als gläubiger "Wandermönch", der nicht kämpfen will, aber es dennoch tut, um seine Mission unter allen Umständen zu erfüllen, kommt zu jeder Zeit glaubhaft rüber. Sein Gegenspieler – Gary Oldman als Carnegie – ist ebenfalls erstklassig besetzt. Oldman ist als Bösewicht immer eine exzellente Wahl, gemessen an seiner Performance in "Leon – Der Profi" oder auch "Das fünfte Element" wirkt er hier in diesem Film aber leider ein wenig unter seinen Möglichkeiten – schade! Mila Kunis als Anhängsel Solara ist optisch nett anzuschauen und bietet eine solide Darstellung. Sie wird allerdings in den Schatten gestellt von Nebendarsteller Ray Stevenson, der Redridge (den kahlköpfigen Handlanger von Carnegie) spielt. Ihm hätte man deutlich mehr Screentime und vielleicht eine noch tragendere Rolle geben können. Abgerundet wird das Staraufgebot durch den Musiker Tom Waits (Ladenbesitzer / Mechaniker), Jennifer Beals (Claudia) und in den letzten Minuten des Films Malcolm McDowell (Lombardi).

Denzel Washington
Eli
Gary Oldman
Carnegie
Mila Kunis
Solara
Ray Stevenson
Redridge
Jennifer Beals
Claudia
Tom Waits
"Mechaniker"
Malcolm McDowell
Lombardi


Kritik

Religion ist in Endzeitfilmen allgemein ein beliebtes Thema. In Filmen wie "I am Legend" zieht es sich unterschwellig durch den kompletten Film. Bei "The Book of Eli" ist gleich während der ersten Minuten klar, dass es sich bei dem titelgebenden Buch nur um die Bibel handeln kann. Und so gibt Denzel Washington auch einen Vers nach dem anderen zum Besten. Wenn man sich aber ein wenig genauer mit der Geschichte des Films auseinander setzt wird klar, dass Religion höchstwahrscheinlich der Grund für den atomaren Krieg und die nun vorherrschende Zerstörung war und die Überlebenden – aus gutem Grund – sich der Bibel bzw. der Religion abgewandt haben. Was soweit ging, dass religiöse Bücher und Kirchen vernichtet wurden – quasi eine umgekehrte Inquisition. Leider geht der Film in diesem Punkt nicht weiter in die Tiefe. Hintergründe findet man dann erst in den Extras ("Ein Neuanfang") bzw. in den beiden Vorgeschichten ("The Lost Tales" als animierte Graphic Novels).

Der Konflikt zwischen Eli und Carnegie wirkt auf den ersten Blick wie das klassische Gut gegen Böse. Beide Charaktere erkennen die Macht in diesem Buch und möchten sie für Ihre Zwecke nutzen. Meiner Meinung nach hätte man bei Carnegie noch mehr herausholen können, noch mehr zeigen können, wie sehr zu viel Macht (im Namen einer Religion) korrumpieren kann und wie beeinflussbar Menschen nach einer Katastrophe – wie in diesem Fall ein Atomkrieg – sein können.

So bleibt "The Book of Eli" unterm Strich eine Heldengeschichte. Wenn die Menschheit nach der Apokalypse wie benommen und betäubt vor sich hin vegetiert und ihr Leben von Trauer und Wut bestimmt wird – genau dann brauchen sie einen Helden, der ihnen wieder Hoffnung gibt. Einen Anführer, dem man folgen kann. Solara – aber auch ihre blinde Mutter Claudia – stehen sinnbildlich für eben diese Menschheit und Eli für den Helden. Genau das haben die Regisseure Allen & Albert Hughes hier sehr gut dargestellt!

Ebenfalls hervorragend ist die Optik des Films. Die reduzierte Farbe (zum Glück nicht so schlimm wie in "The Day. Fight. Or Die.") und der teilweise schlechte Kontrast unterstreichen die Tristesse, die sich durch den ganzen Film zieht. Man sieht praktisch zu keiner Zeit irgendeine lebendig grüne Vegetation, es ist alles im wüstengrau-Ton gehalten. Die zerstörten Großstädte, eingestürzten Autobahnbrücken, verrosteten Autowracks und zerfallenen Ruinen sind sehr gelungen in Szene gesetzt. Man kann den staubigen Sand förmlich auf seiner Zunge schmecken. Passend dazu der epische Soundtrack, der in einem Film dieser Größenordnung sowieso dazu gehört.

Alles in allem gibt es die volle Punktzahl für "The Book of Eli"!

 

Trailer


Extras

Für diese Review wurde die deutsche Standard DVD getestet. Es gibt kein Booklet, dafür aber einige Extras:

  • Lost Tales – 2 Graphic Novells, die jeweils Vorgeschichte von Eli und von Carnegie erzählen
  • Ein Neuanfang
  • Elis Reise
  • Entfernte Szenen
  • Die Musik von „The Book of Eli“
  • Making-of
  • Interviews
  • Trailer & Teaser

Weitere Meinungen

Kurz: ein entspannt naiver, klarer Film mit ein paar hübschen, knackigen Kämpfen.

– Jakob Schmidt (DEADLINE #23)

Product Placement

Noch mehr als Eli’s verschmutzter iPod von Apple werden die Beats by Dr. Dre In-Ear Kopfhörer werbewirksam gezeigt. Der heimliche (Produkt-)Star in diesem Film ist aber die Sonnenbrille von Oakley, hier Modell Oakley Inmate polished chrome / VR28 black iridium, die vom Hauptdarsteller während des kompletten Films getragen wird. Das Motorola Power Voice Megaphone im Vintage-Style (Showdown-Szene vor dem abgelegenenen Farmhaus) fällt in dieser Betrachtung allerdings raus.

Titel:
The Book of Eli
Land / Jahr:
USA / 2010
Länge:
118 Minuten
Regie:
Albert Hughes, Allen Hughes
Deutscher Vertrieb:
TOBIS Film
Deutscher DVD-Verkaufsstart:
26. August 2010



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