Z for Zachariah (2015)

Veröffentlicht am 23. Oktober 2016, 19:36 Uhr.
Cover: Z for Zachariah (2015)

Die Story

Nach einer nicht weiter spezifizierten nuklearen Verseuchung ist nahezu die komplette Menschheit ausgelöscht. Nur das Land der jungen Farmerin Ann Burden (Margot Robbie) in einer entlegenen Ecke im amerikanischen Hinterland blieb von der Katastrophe verschont. Begünstigt durch geographische Besonderheiten und vorteilhaften Wetterbedingungen gelingt es ihr auf der Farm weiter zu überleben, ständig im Glauben, der letzte Mensch auf dieser Welt zu sein.

Doch eines Tages taucht mit dem Wissenschaftsingenieur John Loomis (Chiwetel Ejiofor) ein weiterer Überlebender auf. John erreicht das nicht kontaminierte Tal, glaubt sich in Sicherheit und begeht einen leichtsinnigen Fehler, infolge dessen er sich verstrahlt. Gerade noch rechtzeitig trifft Ann auf John, rettet ihn und nimmt ihn mit zur Farm.

Dank der Pflege von Ann erholt sich John wieder. Er wird Teil ihres Alltages, hilft ihr bei der Farm, bringt sich ein. Zwar verfügt die Farm über gewisse Ressourcen wie Nahrung und Wasser, aber keine Elektrizität. John arbeitet an einem Plan – ein Wasserkraftwerk – für das ihm aber das Material fehlt. Einzige Lösung: die Familien-Kapelle auf der Farm, die als Materialquelle herhalten soll. Für die tief religiöse Ann steht der Abriss und Wiederverwertung der von ihrem Vater gebauten und betriebenen Kapelle aber nicht zur Debatte. Das Projekt wird zunächst auf Eis gelegt. Beide kämpfen weiter um ihr alltägliches Überleben und kommen sich dabei auch näher.

Die Zweisamkeit wird gestört, als mit dem attraktiven Caleb (Chris Pine) ein weiterer Überlebender zur Farm stößt. Auch er wird aufgenommen, hilft mit und gemeinsam realisieren die Drei auch das Projekt mit dem Wasserkraftwerk. Von der ersten Sekunde an entsteht zwischen beiden Männern aber eine Spannung, teils unterschwellig, teils ganz direkt, die sich im späteren Verlauf immer weiter auflädt.

Die Darsteller

"Z for Zachariah" wird tatsächlich nur von drei – zugegeben namhaften – Darstellern getragen. Margot Robbie überzeugt in ihrer Vorstellung als religiös verwurzelte Farmerin. Die Australierin kennt man aus "The Wolf of Wall Street" oder zuletzt als Harley Quinn in "Suicide Squad". Noch überzeugender tritt ihr Counterpart Chiwetel Ejiofor auf. Sowohl in der Rolle als aufgeklärter Wissenschaftler als auch als hart arbeitender Mann, der trotz Apokalypse nach vorn blickt und anpackt, erreicht er das Publikum. Erst in der zweiten Hälfte nimmt man ihm den eifersüchtigen Mann nicht mehr ganz ab. Chiweter Ejiofor kennt man spätestens seit "12 Years a Slave", der ihm auch eine Oscar-Nominierung einbrachte. Im Endzeitfilm-Genre wirkte er an der Seite von Clive Owen in "Children of Men" (Rezension folgt) mit. Ein wenig abgeschlagen ist die Darbietung von Chris Pine (bekannt als Captain Kirk aus dem "Star Trek" Reboot von J. J. Abrams), der wohl eher aus optischen Gründen im Film dabei ist.

Chiwetel Ejiofor
John Loomis
Margot Robbie
Ann Burden
Chris Pine
Caleb


Kritik

Die ersten Minuten des Films, als Ann in ihrem provisorischen Schutzanzug die Trümmer der Stadt durchsucht, sind typisches Endzeit-Kino. Aber gleich danach hebt sich "Z for Zachariah" von anderen Genrevertretern ab und nimmt Tempo heraus. Hier wird kein Bild von apokalyptischer Zerstörung gezeichnet, auf Effekthascherei wird bewusst verzichtet. Geradezu bildhaft schön, idyllisch und friedlich ist das Tal mit der Farm in Szene gesetzt. Dieser Stil zieht sich durch den kompletten Film. Selbst der Wasserfall mit dem verstrahlten Wasser wird zu keiner Zeit als wirklich gefährlich empfunden.

Der Film widmet sich dem Aspekt des Wiederaufbaus und des alltäglichen Überlebens. Dabei werden Themen wie Herkunft & Hautfarbe, Wissenschaft, Glaube & Religion sowie das Zwischenmenschliche angerissen. Aber vor allem der Faktor Religion & Glaube nimmt hier einen sehr großen (zu großen?) Teil ein. Vom Kreuz an der Halskette, über das Gebet vor dem Essen bis hin zur Kapelle samt Orgel. Sogar als Mittel beim Buhlen um Ann, als Calab (sinngemäß) zu ihr sagt „Wir beide sind gläubig, aber er (John) nicht. […] Nur die Gläubigen überleben.“

Das Thema der zwei Männer, die um eine Frau konkurrieren, ist alles andere als neu und "Z for Zachariah" kann diesem auch nichts Innovatives mehr beifügen. Meiner Meinung nach hätte man es sogar komplett weglassen können. In der gleichnamigen Romanvorlage von Robert C. O’Brien gab es beispielsweise die Figur des Caleb gar nicht. Das Ende des Films ist nur bedingt befriedigend und lässt beim Zuschauer durchaus noch Fragen offen. Gesamt betrachtet geht dem Film in der zweiten Hälfte leider die Puste aus.

 

Trailer


Extras

Für diese Review wurde die deutsche Standard Blu-Ray getestet. Als Extras gibt es Deleted Scenes und verschiedene Trailer.

Weitere Meinungen

Die große Stärke von Z FOR ZACHARIAH ist die sehr ruhige, entschleunigte und auf einen Mikrokosmos beschränkte Erzählweise.

– Daniel Kotowski (DEADLINE #58)
Titel:
Z for Zachariah
Deutscher Untertitel:
Das letzte Kapitel der Menschheit
Land / Jahr:
USA / 2015
Länge:
98 Minuten
Regie:
Craig Zobel
Deutscher Vertrieb:
Tiberius Film
Deutscher DVD-/BluRay-Verkaufsstart:
7. Juli 2016



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